Read Glücklich sterben?: Mit dem Gespräch mit Anne Will by Hans Küng Online

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Lange war es ein Tabu in Deutschland, und nun hat es ausgerechnet ein katholischer Theologe gebrochen Hans K ng hat im Gespr ch mit Anne Will erkl rt, dass er es f r erlaubt h lt, sein Leben zu beenden, wenn es unertr glich geworden ist Seitdem ist eine Diskussion im Gange, die keinen unber hrt l sst In seinem Buch verbindet K ng fr here Texte ber das Sterben mit seinen Glaubens berzeugungen und theologischen Einsichten zu einer klaren Position Gl cklich sterben hat in seinen Augen nichts mit Selbstmord zu tun, sondern meint ein menschenw rdiges Ende des Lebens....

Title : Glücklich sterben?: Mit dem Gespräch mit Anne Will
Author :
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ISBN : 3492308252
ISBN13 : 978-3492308250
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Piper Taschenbuch 7 Dezember 2015
Number of Pages : 160 Seiten
File Size : 794 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Glücklich sterben?: Mit dem Gespräch mit Anne Will Reviews

  • V.Krieg
    2019-04-08 08:00

    Spannendes Buch mit dem Autor Hans Küng und der Gesprächsführerin Anne Will. Veröffentlicht wurden auch Leserbriefe, die zum Teil gleicher Meinung sind wie der Autor oder seine Meinung mit Sterben und Exit nicht teilen. Das Buch handelt nicht um ein Schema so wird's gemacht, Hans Küng betont es öfters, dass jeder Mensch selber entscheiden muss wann für ihn der Zeitpunkt gekommen ist, sich von dieser Welt zu verabschieden.

  • Georg Maria Fritzen
    2019-03-26 10:12

    Ein Wunsch, der erfüllt wurde, und sehr gefallen hat. Neue Bekanntschaft mit einem alten Freunde, der sich schon länger nicht mehr gemeldet hatte.

  • Norbert Holsen
    2019-04-05 10:15

    Ich bedanke mich...Es geht mir weniger, um den Inhalt der Bücher, die ich bestelle. Ich lese kritisch.Alle sind gut angekommen. Das ist mir wichtig. Und dem von ihnen angegebenen Zustand. Nochmals Danke.

  • cl.borries
    2019-04-17 10:11

    Glücklich sterben: gibt es das überhaupt?Hans Küng hat aus zahlreichen Veröffentlichungen, Gesprächen und Vorlesungen seine Erfahrungen und Einsichten über das Sterben in seinem neuen Buch mit dem Titel „Glücklich sterben“ zusammengefasst.Er ist eine Kämpfernatur, der mit seinen Ausführungen und seinen Interpretationen elementarer Menschenrechte die Kirche und den Papst vermeintlich „beleidigt“ hat. Seine eigenwilligen Meinungen sind der Amtskirche nicht immer genehm.Die zahlreichen Bücher über den Tod und das Sterben, den Abschied vom Angehörigen und die eigenen Erfahrungen mit dem Sterben sind inzwischen legendär.Einer der Wegbereiter für einen humanen Tod ist der Münchner Professor Gian Domenico Borasio, der hier auch Erwähnung findet. Aber was bedeutet „humaner“ Tod? Diesen Begriff zu klären mag Anliegen der hier vorliegenden Schrift sein.Man kann sich getrost von Hans Küng überzeugen lassen: er beschreibt Zustände, in denen ein unter schweren Leidensbedingungen durch Krankheit oder Siechtum betroffener Mensch die Freiheit haben muss, zu sagen“ ich will nicht mehr“.Wohl bemerkt: „ die Freiheit“ haben muss! Das spricht allen Argumenten zuwider, die moralisch und ethisch Gott zum Alleinherrscher über unser Lebensende machen möchten. Kann es wirklich Gottes Wille sein, uns ganz dem Leiden zu überantworten? Was wäre das für ein Gott!Man muss wirklich genau hinhören, um zu erkennen, wie ernsthaft Hans Küng seine Thesen vertritt, deren höchstes Gebot IMMER die freie Entscheidung des Individuums über das eigene Leben bleibt.An verschiedenen Beispielen zeigt er auf, wo das Leben unerträglich werden kann. Und an verschiedenen Beispielen zeigt er auch, wo die Grenzen dieser Freiheit zu sehen sind.Hans Küng selber hat in einem Aufsehen erregenden Gespräch mit der Fernsehmoderatorin Anne Will, das hier ausgedruckt vor liegt, seine Thesen für sein eigenes Erleben und sein von ihm gewünschtes Lebensende beschrieben. Es macht ihn glaubhaft, ehrlich und überzeugend. Doch wir wollen hoffen, dass dieser streitbare Geist uns noch lange erhalten bleibt. Ist es nicht zuletzt die Hoffnung, die uns alle antreibt, unsere Zukunft zu planen? Natürlich gilt das auch für unser eigenes Lebensende: Hoffnung auf Trost, Frieden und Erlösung.

  • Sceptique500
    2019-04-02 08:13

    Der zentralen These des Autors: „Das Leben ist des Menschen’s Aufgabe“ (S. 109) sowie „Selbstbestimmung dieses Einzelnen über den eigenen Lebensentwurf und seinen Vollzug“ (S. 110) kann man nur beistimmen. So auch der Konsequenz, die sich daraus ableiten lässt – der Bilanzsuizid ist ethisch gerechtfertigt. Man kann das Leben beenden, wenn aus subjektiver Sicht die Aufgaben erfüllt sind (nunc demittis servum tuum – so der lateinische Spruch), und nicht nur, wenn das Leben unerträglich geworden ist. Die Begründung dieser These steht aber auf zwei Pfeiler, deren Fundamente eher wacklig sind.Das erste Fundament ist der Welt-Ethos, wofür der Autor sich lange eingesetzt hat. Der Begriff „Menschlichkeit“ (im Gegensatz zum „bestialischen“ – als es ob es so was gäbe) wird ins Feld geführt (S. 65). Kant’s Goldene Regel wird als Standard vorgeschlagen. Gut: Damit wird das eigene ich zum Mass aller Beziehungen, und die Menschen gleichgeschaltet (das hatte schon Paul Samuelson bemerkt). Das ist verkappter Essentialismus, der die Eigenheit uns aller verneint. Es ist „Erbsünde-Denken“ mit umgekehrtem Vorzeichen.Solche Bezuglosigkeiten erleiden schon bald Schiffbruch: Wer in einer Notfallstation, oder in einem Kriegslazarett arbeitet, kann nicht alle „gleich menschlich behandeln.“ Es erfolgt situationsgebunden eine Triage. Dies haben die Urgesellschaften immer schon getan: „Geboren“ wurde in Rom ein Kind nur im Zeitpunkt, wo der pater familias das Kind in seine Hände nahm; die übrigen wurden ausgesetzt. Die Geburt war ein sozialer, nicht ein biologischer Akt. Die Vikinger stürzten alte Leute von Felsen, und in den Himalayas ernährten sich die Alten mit Nesseln. Gingen die Nesseln aus, dann war’s geschehen. Eine „goldene Regel“ die das materielle und soziale Umfeld ignoriert, ist belanglos. In der Materialität unseres Lebens greift eine Ethik der Menschlichkeit nicht. Hier wäre eine Vertiefung am Platz gewesen.Auf dem Grabstein des Renaissance-Philosophen: M. De la Palice steht: quinze minutes avant de mourir il était encore vivant. Damit wird der innere Widerspruch des Hippokratischen Eids verdeutlicht. Der Tod ist eben nicht eine plötzliche Schnittstelle, sondern ein langwieriger Degenerierungsprozess, der allmählich gegenüber dem Leben die Oberhand gewinnt. Es wäre die Pflicht des Arztes als beruflich geschulter Betreuer und Begleiter des Patienten, rechtzeitig vom „Gesundmachen-Paradigm“ zur „Tod-Begleitung“ umzusteigen. Ein Verharren im Genesungs-Paradigm ist Verrat an die übergeordnete Aufgabe des Arztes, dem Patienten in den für uns Alle unausweichlichen Tod zu begleiten. Dies hätte klarer gesagt werden sollen: Damit wäre die ganze Juristerei über aktive/passive Sterbehilfe, künstliche Ernährung etc. in sich zusammengestürzt. Beiläufig bemerkt: Das hat teils damit zu tun, dass der Arzt heute den natürlichen Sterbeprozess kaum kennt und dessen Ablauf nicht zu erkennen weiss (sagt auch Borasio).Das Pochen des Autors auf Autonomie, so richtig es auch ist, hat klare soziale Grenzen, die aber nicht aufgezeigt werden. Der autonome Entscheid hat immer und vorerst auf das soziale Umfeld des Sterbenden schwehrwiegende Auswirkungen. Im Fall des Ehepaares Jens, den der Autor liebevoll beschreibt, kümmert sich Frau Jens fünf Jahre lang um den dementen Mann. Ist es in jedem Fall zumutbar? Wer stirbt, stirbt auf Kosten seiner Lieben, und ein "egoistisches" Verharren kann letztere höchst belasten: Der soziale Druck auf die Lieben aber, sich in einer zwecklosen Pflege aufzulösen ist enorm. Sterben ist eine vorest eine Familienangelegenheit – diese Einsicht hätte ich von einem Ethiker erwartet (Stolz ist der Autor auf den Koestler-Preis (S. 46 ff.). Er übersieht dabei, dass Arthur seine Frau zum gleichzeitigen Selbstmord zwang. Mit diesem Hintergrund hätte ich den Preis nie entgegengenommen).Auf Seite 121 ff. verweist der Autor auf das gesellschaftliche Problem einer alternden Gesellschaft, die immer mehr Ressourcen in ein „gutes Sterben“ investiert. Hier hätte man ausholen sollen: Die grösste Herausforderung für unsere Gesellschaft ist hier zu orten.Zum Schluss gebe ich in einem Punkt dem Autor voll recht: In diesem Bereich braucht man keine Normen – für Alle verbindliche Regeln. Denkanstösse sind genug. Hier liegt die ethische Überlegenheit der Moral über die dogmatische Religion: Die Moral ist flexibel, jederzeit sozial verhandelt, und zeigt eine Richtung an, ohne den Einzelnen zu zwängen. Wenn ein guter Teil der Menschheit sich daran inspiriert, so ist sehr vieles erreicht worden. In der Sozial-Psychologie spricht man von „good enough.“ Das soziale Leben ist eben ein „Ungefähr.“Der Autor begründet seinen Entscheid überdies aus seinem Glauben (der „zweite Pfeiler“). Als Zusatzargument ist dies sein gutes Recht. Wenn er aber schreibt: „Diese Haltung gründet sich letztlich in der Hoffnung... auf ein ewiges Leben...“ (S. 16) sowie “Ohne dieses Ja käme mir dieses Leben leztlich ziellos, sinnlos und haltlos vor. Alles in allem eine höchst ungerechte Welt“ (S. 141) rückt er gefährlich in die Nähe von Benedikt XVI, der behauptet, ein Leben ohne Gott sei „absurd.“ Die armen Haiden und Agnostiker – die Mehrheit der Menschheit - lassen den Welt-Ethiker grüssen. Die Botschaft Christi hatte bestenfalls die Chance, an weit weniger als ein Drittel der Menschheit zu gelangen. Bis vor kurzem waren Chinesen Inder, und Amerindianer unverschuldet chancelos. Ob das gerecht sei? Ob des Autor’s all-liebender Gott gerecht ist, wenn er Millionen in Seuchen, Erdbeben, und Tsunamis verenden lässt? Alle Monotheismen scheitern am Problem des Partikulären: Deren Gott hat sich nur einer kleinen Minderheit geoffenbart.