Read Berlin und die Juden: Geschichte einer Wahlverwandtschaft? (Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne, Band 9) by Laurence Guillon Online

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Die j dische Geschichte Berlins ist genauso alt oder so jung wie die Geschichte der Stadt selbst Sie geht auf das 13 Jahrhundert zur ck Der vorliegende Band soll aber nicht nur die Geschichte der J dinnen und Juden in Berlin oder den Zusammenhang zwischen j discher Kultur und Gro stadtkultur beschreiben, sondern nach der tiefen Verbindung fragen, die sich im Laufe der Zeit zwischen der Stadt und ihrer j dischen Bev lkerung entwickelt hat und die selbst nach der Shoah nicht vollst ndig abgebrochen ist Gibt es so etwas wie eine Wahlverwandtschaft zwischen Berlin und den J dinnen und Juden, die gleichzeitig im Zeichen einer Liebesgeschichte und einer Trag die steht Kann man diese Beziehung unter Theodor Fontanes Formel eines berlinisch j dischen Geistes subsumieren Berlin und die Juden konzentriert sich auf das 19 und das fr he 20 Jahrhundert, eine Epoche, die traditionell als Goldenes Zeitalter der deutschen j dischen Geschichte bezeichnet wird Die Beitr ge beleuchten die Geschichte der Wechselbeziehung zwischen Berlin und den Juden n her Dabei wird eine neue Perspektive auf j dische Intellektuelle wie Heinrich Heine, Walter Benjamin und Arnold Sch nberg sowie auf Humboldts j dische Mitstreiter er ffnet Nach Studentinnen und Akademikerinnen als einer weiblichen Avantgarde der Gro stadt wird gefragt und nicht zuletzt nach Berliner j dischen Orten im weitesten Sinne des Wortes von Berliner Topographien bis zu Stadttexten und Stadtpresse ber Kaufh user und j dische Lehreinrichtungen....

Title : Berlin und die Juden: Geschichte einer Wahlverwandtschaft? (Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne, Band 9)
Author :
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ISBN : 395808009X
ISBN13 : 978-3958080096
Format Type : PDF
Language : Englisch
Publisher : Neofelis 10 Juli 2015
Number of Pages : 212 Seiten
File Size : 665 KB
Status : Available For Download
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Berlin und die Juden: Geschichte einer Wahlverwandtschaft? (Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne, Band 9) Reviews

  • Yvonne de Andrés
    2019-08-26 04:38

    Reinhard Rürup beantwortete in seinem Beitrag "JewishHistory in Berlin - Berlin in JewishHistory" für das Jahrbuch des Leo Baeck Instituts aus dem Jahr 2000 die in der Überschrift gestellte Frage kurz und bündig: "Die jüdische Geschichte Berlins beginnt in der Tat sozusagen zeitgleich mit der Geschichte der Stadt: die erste überlieferte Erwähnung Berlins aus dem Jahr 1244 entspricht der erste erhaltene jüdische Grabstein des jüdischen Friedhofs in Spandau aus dem gleichen Jahr."Der Frage „Berlin und die Juden. Geschichte einer Wahlverwandtschaft?“ geht erneut ein Tagungsband nach. Er ist aus den Beiträgen eines Seminars zusammengestellt, das von der französische Shoa-Forscherin Laurence Guillon und Heidi Knörzerim Winter 2012/2013 an der Universität Paris III-SorbonneNouvelle veranstaltet wurde.Der besonders zu empfehlende einleitende Aufsatz von Joachim Schlör „Ankommen in Berlin. Eine Projektskizze“ beschäftigt sich eingehend mit der "Untrennbarkeit" der Geschichte Berlins und der den jüdischen Berlinern, mit den Brüchen und Kontinuitäten dieser Geschichte und damit, wie die jüdischen Berliner wesentlich die bürgerliche Kultur der Stadt prägten. Berlin ist in dieser Entwicklung nicht nur einfach Schauplatz oder Kulisse, sondern Akteur. Die Stadt war oft der erste Anziehungspunkt für aus Polen oder Russland einwandernde Juden. Bis zur Shoah war Berlin einer der wichtigsten Anziehungspunkte für Juden in Europa. Joachim Schlör schildert in seinem Beitrag die Etappen des Ankommens in Berlin. Er schreibt: „Anhand von Autobiographien, Biographien und anderen personal documents können jene Momente geschildert werden, die immer wieder aufs Neue den Beginn der Geschichte markieren, die von Berlin und den Juden handelt; Momente, die eben dadurch so etwas wie ein Leitmotiv im Verhältnis zwischen der Stadt Berlin und ihren jüdischen Einwohnern bildeten, bis heute.“Schlör geht in seiner Skizze darauf dein, das es auch eine Geschichte der Abschiede und des neuen Ankommens geschrieben werden muss. Hier zitiert Schlör Sophie Zimmermann: : „Nach wie vor ist die Erinnerung an den Holocaust und an die Zerstörung prägend in der Topografie wie in der Mentalität des „jüdischen Berlins“, von den individuellen Stolpersteinen bis zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Aber die israelischen Studierenden, Geschäftsleute und Künstler, die sich – zeitweise oder auch für länger – in der Stadt niedergelassen haben, bilden mit ihrer Präsenz und mit ihren Interventionen täglich neue Momente des Zusammentreffens.“ Joachim Schlör sieht den Zuzug der Israelis nach Berlin im Zusammenhang mit den Ankunftsszenen „von Mendelssohn und Maimon über Franzos und Gronemann bis zu Granach und Fürst, die für die berlinisch-jüdische Beziehung eine Kontinuität erschaffen haben, ohne die diese Stadt nicht zu verstehen ist.“ Gibt es eine neue Wahlverwandtschaft? Nach Auffassung von Joachim Schlör sind wir dabei auf gutem Wege.Im ersten Teil des Bandes geht es um eine jüdische Topographie der Stadt. Tobias Metzler trägt den Text „Führer durch den Text der Stadt. Jüdische Verortungsversuche im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts“ bei, Simone Ladwig-Winters „Wertheim und der Glanz am Leipziger Platz“. Hier findet sich außerdem Sonia Goldblummit der Ortsbeschreibung „Jüdisches Forschen oder jüdisches Lernen. Zwei jüdische Wissenseinrichtungen in Berlin in den 1920er Jahren“ und Eszter Ganter sondiert mehr allgemein „Jüdische Räume in Berlin“.Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht das Verhältnis Berlins zum intellektuellen und künstlerischen Leben der Berliner Juden. Robert Krause schreibt über Heinrich Heines Verhältnis zum Berliner Judentum, Laure Gauthier über „Arnold Schönbergs Aufenthalt in Berlin oder die Erfahrung des intensiven Auslands“. Monika Richarz bringt uns „Eine weibliche Avantgarde. Jüdische Frauen in Berlin als Studentinnen und Akademikerinnen“ näher und Céline Trautmann-Waller beschreibt „Jüdisches und Humboldtianisches Berlin. Eine Allianz für die Wissenschaft?“. Der zeitliche Bogen dieser Beiträge ist weit gespannt.Ein wirklich sehr zu empfehlendes Buch, das viele neue Forschungsergebnisse präsentiert und sie miteinander verbindet. Insbesondere der einleitende Aufsatz von Joachim Schlörist eine Entdeckung. Die Einzelbeiträge beleuchten tiefschürfend „jüdische Orte“ oder greifen Perspektiven von Berliner Juden - Heinrich Heine, Walter Benjamin, Arnold Schönberg - der jüdischen weiblichen Avantgarde Berlins und der Geschichte jüdischer Wissenschaftler in Berlin auf. Seit seiner Gründung lässt sich Berlin ohne jüdisches Leben nicht denken.